Soziale Medien – Soziale Aufstände? [event]

:: diskussion-event | 1111 | @ Leuphana / post-media lab | gemeinsam m. Clemens Apprich & MUTE magazine

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Kritische Perspektiven auf den Gebrauch von Internet und Mediennetzwerken für aktuelle soziale Bewegungen // ‘Digital Governance’ // Erfahrungen, Einsichten und Konsequenzen zwischen ‘Arabischem Frühling’ und ‘Blackberry Riots’ (Veranstaltung in engl. Sprache; mit dt. Übersetzung)

Dienstag/Tuesday, 15. November 2011, 20:00
Hörsaal 5, Scharnhorststrasse 1, D-21335 Lüneburg


Podiumsdiskussion mit:

Graham Harwood (England – Mediashed> & Goldsmiths College>, Medienkünstler, London)
Anne Roth (Deutschland – AnnaList>, Journalistin & Bloggerin, Berlin)
Aalam Wassef (Ägypten – Peer Evaluation>/Blogger, Medienkünstler und -aktivist, Kairo/Paris)

Manche sprechen von der ‘Facebook-Revolution’ in Zusammenhang mit den Aufständen in Ägypten und anderen arabischen wie nordafrikanischen Ländern; andere nennen die Revolten in England ‘Blackberry-Riots’. Differenziertere Kommentare bezweifeln dagegen die Auffassung, dass soziale Medien die entscheidende Rolle in den jeweiligen Aufständen spielten.  Nichtsdestoweniger verändern diese Medien – von Twitter bis Facebook, von Youtube bis zu einzelnen Internet-Blogs, sowie die Verwendung von ’smarten’ Mobiltelefonen – die Formen der Interaktion, Kommunikation, als auch der sozialen Bewegungen selbst. Und ebenso sicher ist, dass die sozialen Medien zunehmend Teil der Diskussion um transnationale Gesellschaftsräume, Grundrechte und Demokratie geworden sind.
Nicht zuletzt der Export von in Deutschland mit-produzierter Software zur Netz-Überwachung an Staaten wie Ägypten – etwa im Fall von ‘Finfisher’ – zeigt, dass die Kommodifizierung von ‘Sicherheit’ oft mit direkter Repression einhergeht. All dies ist symptomatisch für einen tiefgreifende Wandel in unserer alltäglichen Kommunikation, für ein verändertes Verhältnis von Privatem und Öffentlichem, und für das Auftauchen neuer Sicherheitsdispositive, in denen selbst die Unschuldsvermutung zu verschwinden droht. Und auch politisch umstrittene Konzepte wie ‘Citizenship’ oder ‘Corporate Social Responsibility’ erscheinen in diesem Zusammenhang in einem neuen Licht.
Da sich sowohl die materielle Grundlage von Kommunikation, als auch die Regeln und Praktiken sozialer Interaktion durch die digitalen Netzwerktechnologien radikal verändern, wollen wir erörtern, inwieweit fundamentale Vorstellungen des Demokratischen heute noch zutreffend sind und welche Auswirkungen dieser Wandel auf unser privates wie öffentlichen Leben hat. Ein globales Verständnis dieser Fragen soll durch den Vergleich regionaler und lokaler Erfahrungen erreicht und die Diskussion selbst wiederum in reale Bedingungen des Politischen rückübersetzt werden.

Kontakt:
Clemens Apprich: clemens.apprich@inkubator.leuphana.de
Oliver Lerone Schultz: oliver_lerone.schultz@inkubator.leuphana.de

Organisiert in Zusammenhang mit dem Roundtable/Workshop »does not compute« – building a post-media lab
In Assoziation mit Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg, Moving Image Lab, Mute Magazine




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